Warum heimkommen oft das schönste nach einer langen Reise ist

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München hat mich mit offenen Armen und ganz viel Herzlichkeit empfangen und ich durfte in den letzten vier Monaten wahnsinnig viele tolle Menschen kennen lernen. Und wenn ich nicht gerade in der Weißwurst-Hauptstadt unterwegs war, durfte ich 5 Städte auf drei Kontinente für mich entdecken.

Und dennoch bin ich manchmal traurig und habe in den letzten Wochen wahnsinniges Heimweh und Wienweh gehabt.Würde die Vergangenheits-Victoria von 2018 diese Zeilen lesen, würde sie mir wohl mit einem Kissen ins Gesicht schlagen und sagen ich soll mich glücklich schätzen und aufhören zu jammern.

Wisst ihr was ich bis in den letzten vier Monaten nicht verstanden habe? Wie wichtig ein gemütliches zu Hause ist. Ein Ort an dem man einfach mal nur in Unterwäsche in die Küche gehen kann. Wo man den ganzen Sonntag auf der Couch Netflix schauen kann. Mit seinem eigenen Bett und einem richtigen Kleiderschrank. Seit ich 15 Jahre alt bin zieht es mich in die Welt hinaus. In den Sommerferien war ich überall außer zu Hause, während des Studiums habe ich so viel wie möglich gearbeitet um mir das Reisen finanzieren zu können. Und in den letzten vier Monaten habe ich keinen einzigen Tag in meinem eigenen Bett verbracht. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich richtiges Heimweh nach meinen eigenen vier Wänden gehabt und glaubt mir, dieses Gefühl ist viel schlimmer als Fernweh!

Pinit
Pinit

Ein komplett neues Gefühl…

So kenne ich mich nämlich gar nicht. Noch nie bin ich mit einem dicken Kloss im Hals in einer fremden Küche gesessen und habe mir nichts mehr gewünscht als mir einen Tee mit dem alten Teekocher, der so herrlich zischt, zu machen und ihn aus meiner Lieblingstasse zu trinken. Noch nie zuvor habe ich mir gewünscht einen Kleiderschrank zu haben und nicht mehr nur aus dem Koffer leben zu müssen. Noch nie zuvor hab ich mir so sehr einen Sonntagnachmittag in meinem Wohnzimmer gewünscht mit meinem flauschigen Sofakissen und mir einen Burger von meinem liebsten Burgerladen bestellen zu können. Auch die nächsten Monate werde ich nicht viel Zeit in meinen eigenen vier Wänden verbringen aber umso mehr werde ich jede Sekunde in meiner eigenen Wohnung genießen.

Pinit

 

Wienweh – wenn man die Grantler und Eigenarten der Stadt vermisst

So sehr ich meine Wohnung vermisse, genauso sehr, oder fast noch mehr, vermisse ich Wien. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie oft ich mir gewünscht habe durch den Augarten spazieren gehen zu können. Mein Lieblingseis bei Veganista zu holen und mich mit meinen Freundinnen zu einem Café zu verabreden. Meine liebsten Falafel essen und am Donaukanal entlang schlendern. Ich vermisse die Lebensqualität von Wien, die super Öffis und die Eigenarten der Stadt. Und ich kann es kaum erwarten an einem Samstag Vormittag mit meinem Jutebeutel zum Markt hinter meinem Haus zu spazieren, dort für die Woche einzukaufen und in meiner eigenen Küche mit all meinen Gewürzen zu kochen. An meinem eigenen Esstisch zu sitzen, alle Kerzen anzuzünden und das Fenster aufmachen um die erste Wiener Frühlingsluft zu schnuppern. All das Gute vermisst man wohl erst, wenn man es nicht mehr hat.

Meine Tipps gegen Heimweh

Irgendwo muss es einen Ort geben um sich zu Hause zu fühlen – das habe ich erst jetzt richtig begriffen. Wenn das gerade aber nicht möglich ist, muss ein Notfallplan und rettende Maßnahmen her. Eine kleine Warnung vorweg: an manchen Tagen war mein Heimweh allerdings so groß, dass all diese Dinge nicht mehr geholfen haben. Da hilft es dann nur die Tage zu zählen, bis es Richtung Heimat geht.

  • Ein Care-Paket von Daheim mit den liebsten Lebensmittel, die es an dem Ort wo man gerade ist nicht gibt. In meinem Fall waren das meine liebsten Gemüsebällchen von Hofer, mein Lieblingsbrot von dem einen bestimmten Bäcker bei mir in der Straße, Mannerschnitten und eine Flasche von meinem liebsten Wein.
  • Einen Ort finden, der dich ein bisschen an zu Hause erinnert. In München wäre das Haidhausen – dort gibt es nicht nur ein Wiener Café, sondern auch die Atmosphäre und die Häuser erinnern mich ein wenig an den zweiten Bezirk in Wien.
  • Mit Facetime und Whatsapp Kontakt zu den Liebsten halten. Ich gehöre zu den Menschen, die mit 25 Jahren noch immer fast täglich mit ihrer Mama telefonieren. Und in den letzten Monaten habe ich so viel wie schon lange nicht mehr mit meinen Freunden zu Hause telefoniert. Einfache Textnachrichten haben oft nicht ausgereicht, man muss oft einfach die Stimme der Liebsten zu Hause hören oder über Facetime einfach mal ein Coffeedate nachstellen. Roaming und Wlan sei Dank – ansonsten wäre meine Handyrechnung explodiert.
  • Ein kleines Stück zu Hause im Koffer dabei haben – immer und überall. Dieser Punkt erscheint euch vielleicht wahnsinnig kindisch, aber ich Reise immer noch mit Teddy. Ich habe Flori seit meiner Geburt und auch in dieser Zeit war er immer in meinem Bett oder Koffer dabei. Von München über Mumbai, nach Washington bis nach New York (wo er übrigens schon mal vor 22 Jahren fast verloren gegangen wäre!). Alt und abgeknuddelt, aber ein Gefühl von Heimat – vor allem an Tagen in denen das Heimweh ganz besonders schlimm war, hat mir das beim Einschlafen oft geholfen.
Pinit

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