Shenzhen – Welcome to China

10 min read

(English version below)

Hong Kong ist nicht wirklich China.  Wenn man gerade mal in der Gegend ist kann man aber trotzdem einen Abstecher nach China machen und das geht am besten, wenn man nach Shenzhen oder Macau fährt. Während meiner Reise nach Hong Kong habe ich einen Tag in Shenzhen verbracht. Man hat sofort ein ganz anderes Gefühl als in Hong Kong, alles ist sehr viel asiatischer und genauso habe ich mir China eigentlich vorgestellt. Hier meine Tipps für die Stadt:

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Anreise

Von Hong Kong aus fahrt ihr einfach mit der East Rail Line (MTR) bis  Lo Hu. Achtet darauf auf die Zeit zu schauen. Ihr müsst in Hong Kong wieder hineingelassen werden und der Schalter schließt um circa 10 Uhr abends.

Visum

Um nach Shenzhen einreisen zu dürfen braucht man ein Visum für China. Das kann man direkt am Bahnhof machen. Dauert etwas länger (wir sind circa 1 Stunde im Warteraum gesessen) und kostet 160 Yuan (umgerechnet 22 Euro). Dafür müsst ihr zuerst in den ersten Stock um das Visum zu beantragen. Ihr füllt ein Formular aus und zieht eine Nummer. Dann wartet ihr bis ihr dran seid, gebt das Formular und euren Pass ab und ein Foto wird gemacht. Dann wartet ihr wieder. Irgendwann (in unserem Fall: 1 Stunde später) habt ihr dann einen Stempel im Pass und ihr könnt euch im Erdgeschoss nochmal anstellen um euren Pass kontrollieren zu lassen. Und dann geht es endlich los und ihr könnt Shenzhen erkunden! Mein Tipp: Am besten wechselt ihr schon in Hong Kong Geld in Yuan, denn das Wechselbüro am Bahnhof ist eher schlecht und ihr müsst euer Visum unbedingt mit Yuan bezahlen. Das Visum ist dann übrigens 5 Tage gültig.

Innenstadt

Shenzhen hat den Ruf einer langweiligen Industriestadt, in der es nichts zu entdecken gibt. Das finde ich stimmt nicht ganz. Natürlich gibt es viele Hochhäuser mit Büros und alles wirkt irgendwie unpersönlich. Aber die Innenstadt hat etwas ganz Besonderes. Während Hong Kong eher westlich ist, fühlt sich Shenzhen, obwohl es an der Grenze zu Hong Kong liegt, schon sehr viel mehr nach China an. Es ist laut, kaum jemand versteht englisch und an jeder Ecke der Altstadt gibt es etwas zu entdecken. Aus diesem Grund war ich zu Beginn erstmal ein wenig überfordert, da wirklich überall richtig viele Menschen sind.

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Shoppen

Shenzhen ist deutlich günstiger als Hong Kong, demnach kann man hier tolle Schnäppchen machen. Aus den meisten Shops kommt richtig laute Musik, die irgendwie gute Laune macht, aber auch mit der Zeit ein wenig nervt. Neben den üblichen Shops, in denen man gefälschte Handtaschen, Uhren und Sonnenbrillen kaufen kann, gibt es auch günstige Elektronikgeschäfte (diese riesigen Shoppingmalls), wo ihr günstige Handyhüllen, Kameraobjektive, Handys, Laptops und so weiter kaufen könnt. Durch mein westliches Aussehen, wurde ich an fast jeder Ecke mit “Copy bag, copy watch” angesprochen. Eine der wenigen Phrasen auf englisch, das die Verkäufer dort sprechen können. Wenn ihr richtig viel Auswahl haben wollt, dann schaut gleich am Bahnhof Lo Hu in das riesige Einkaufszentrum vorbei. Auf 5 Stockwerken gibt es unzählige klitzekleinen Shops, in denen ihr von Drohnen und anderen Technikgadets, über Sonnenbrillen, Schmuck, Hunter Boots, Fanfarella-Taschen bis hin zu Uhren von fast jeder Marke und wirklich alles kriegt, wenn ihr nur ein wenig Geschick zum Handeln habt. Das ganze hat mich sehr an das MBK in Bangkok erinnert. Mein Tipp: Bargeld mitnehmen! Entweder Yuan, oder auch Hong Kong Dollar. Gern gesehen sind auch US-Dollar. Zahlt niemals, wirklich niemals dort mit Kreditkarte, auch wenn sie es euch anbieten. Ich glaube das sagt euch aber schon der gesunde Menschenverstand.

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Essen

Als Vegetarier hatte ich es dort schwer. An fast jeder Ecke gibt es Streetfood, das meiste war dann aber Fleisch. Fleisch am Spieß, in Suppen oder frittiert. Allerdings gibt es an jeder Ecke frisches Obst, dass direkt vor einem aufgeschnitten wird. Schlussendlich fanden wir in der Altstadt einen Foodcourt, in denen ich mich dann für eine Art chinesischen Nudelsalat entschied. Das dann aber tatsächlich zu bekommen war dann allerdings doch komplizierter als man vielleicht annimmt, denn man musste zuerst eine Karte kaufen, auf der man Geld auflädt, und mit der dann am Stand bezahlt werden konnte. Da weder der Koch am Stand, noch die Frau am Eingang, die die Karten verkaufte, Englisch verstand, könnt ihr euch das Chaos bestimmt vorstellen. Am Ende bekam ich dann aber doch irgendwie etwas zu essen und es schmeckte wirklich lecker. Draußen auf der Straße holte ich mir dann noch eine frische Kokosnuss und der Tag war gerettet.

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Natürlich gibt es auch McDonalds und die üblichen Verdächtigen an jeder Ecke. Weil es in Shenzhen wirklich heiß war, bekamen wir im Laufe des Tages richtig Lust auf ein Eis und kauften uns einen McFlurry mit Oreos (klingt richtig lecker oder? #foodporn). Lasst euch gesagt sein: es war richtig eklig. Das Eis schmeckte irgendwie nach Plastik. Es zahlt sich also nicht aus, also verschwendet euer Geld nicht dafür.

Und wenn ihr schon dort seid, müsst ihr unbedingt Bubble Tea probieren! Nichts neues, es gibt ihn sogar inzwischen in meiner Heimatstadt in Kärnten, aber trotzdem gehört das irgendwie dazu.

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Lianhuashan Park

Gemeinsam mit den Einheimischen im Park spazieren und die Füsse ein wenig ausrasten. Viele Chinesen kommen hierher um ein Nachmittagspicknick zu machen oder zu tanzen. Wir sahen ein älteres Ehepaar, das blossfüßig im Park tanzte. Ohne Musik. Total glücklich. Sowas finde ich einfach schön.

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Weitere Tipps

Zu allerest: stellt euch darauf ein euch wie Cara Delevigne persönlich zu fühlen. Manchmal wird man höfich gefragt ob man ein Foto machen kann, in vielen Fällen kommt man sich aber vor wie ein Hollywoodstar, der von Paparazzi verfolgt wird und plötzlich taucht hinter einer Ecke ein Handy auf, ein heller Blitz und schon ist es weg.

Mit Englisch kommt man nicht weit: Wie schon gesagt, sprechen die Menschen hier nur wenig bis gar kein Englisch. Beim Shoppen ist das in der Regel kein Problem, weil einem der Preis auf einem Taschenrechner angezeigt wird. Wenns um Essen geht, wird es doch ein wenig problematisch.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr günstig, eine Fahrt kostet 3 Yuan (circa 40 Cent). Ihr kauft einfach ein Ticket beim Automaten und bekommt eine grüne Münze. Die legt ihr auf den Sensor beim Drehkreuz und behaltet sie fürs erste. Beim Aussteigen müsst ihr sie in den Automaten beim Drehkreuz werfen, um die Ubahnstation verlassen zu dürfen. Rucksäcke und Taschen werden bei jeder U-Bahn-Station bei einem Sicherheitscheck kontrolliert. Generell habe ich mich in Shenzhen nie unsicher gefühlt. Taxis sind übrigens auch sehr billig, aber wir sind eigentlich nur mit der U-Bahn gefahren oder haben zu Fuss die Stadt erkundet.

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Schwer vorzustellen, aber wahr: Facebook, Instagram, Twitter und Co. sind in China gesperrt! Also wundert euch nicht, wenn ihr eure Reisefotos nicht gleich posten könnt.

Beim Visum könnt ihr die Beamten mit einem Punktesystem in Form von 4 oder 5 Smileys bewerten. Sowas habe ich noch nie gesehen und ich finde das System irgendwie ganz witzig. Da meine Beamtin allerdings wie drei-Tage-Regenwetter dreinschaute, bekam sie von mir nur einen mürrischen Smiley. Auf einer Wand in der Warteschlange könnt ihr die fröhlichsten Beamten des letzten Monats sehen.

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EN:

Hong Kong is NOT China. But when you are in Hong Kong, you can make a daytrip in the “real” China, for example to Shenzhen or Macau. While my trip to Hong Kong I decided to spend one day in Shenzhen. From the first second, I had a complete different feeling then in Hong Kong. Everything is much more asian, like I imagined it before. Here are my top tips for Shenzhen:

Arrival

To get to Shenzhen you take the East Rail Line (MTR) from Hong Kong to Lo Hu. Don’t forget the time! You have to be back in Hong Kong at least at 10 pm, otherwise you have to wait till the next day to get a visa for traveling back to Hong Kong.

Visa

To enter Shenzhen, you need a visa for China. You can get it at the trainstation where you arrive with the MTR. It takes a bit of time (we sat about 1 hour in the waiting room) and it cost 160 Yuan (about 22 Euros). You have to go to the first floor and fill in a blank, then you have to take a number. Wait till your number gets called, emit your blank and your passport and they take a picture of you. Then you wait again. After a while (in our case: 1 hour later) you get a stamp in your passport and you have to go back to the ground floor and wait in the line. Here they check your passport again and then you can go to explore Shenzhen (finally!). My tipp: Chance your money in yuan in Hong Kong already, because you have to pay your visa in cashe! Plus: the exchange rate is really bad at the train station is really worse. Your visa is legal for 5 days!

Central

Shenzhen has the reputation of a boring industrial city, where you can’t explore something interesting. I don’t think that’s true. Of course there are a lot of skyscrapers with offices and all of those buildings appear cold and impersonal. But the center and pedestrian area is something special. While Hong Kong is much more western, Shenzhen feels much more like china, although it’s directly next to Hong Kong. It’s loud, nearly nobody speaks english and there is something to discover at every corner. I was a bit overstrained at the first second, because there are people EVERYWHERE!

Shoppen

Shenzhen is much more cheaper then Hong Kong, so it’s the perfect place for bargaining. You can hear very loud house-music in most of the shops, which makes a good happy-preppy-party-mood, but is also a bit annoying. You can buy fake handbags, watches, sunglasses and electronic staff (phone cases, objectives, phones, laptops, etc.) at every corner. Because I look very european, I got approached at every corner with “Copy bag, copy watch”. One of the few sentences the people speak in english there. When you want a really big choice, you should go to the shopping mall next to the Lo Hu train station. On 5 floors you can buy EVERYTHING in teeny-tiny shops: drones, sunglasses, hunter-boots, jewelry, every it-bag you ever wanted and a lot more. All you need is cash and some bargaining skills. It remembered me on the MBK in Bangkok. My tip: Take cash with you! Either yuan, Hong Kong Dollar or US-Dollar! Never ever pay with credit card, although they will offer it.

Food

As a vegetarian it was hard to find something to eat. There was streetfood at every corner, but most of it was meat. Meat on spit, in soups or fried. But you get fresh fruits everywhere. After a while we found a foodcourt, where I decided to eat something like a chinese noodle-salad. But it wasn’t so easy to get this salad! First I had to buy a card, where I had to charge some money on it. With this card I payed at the stand. But neither the cook, then the woman who selled the cards spoke english. I think you can imagine how chaotic this situation was, especially because I was already so hungry and angry. But at the end I got my salad and it was really tasty. Outside at the street I bought also a fresh coconut with a straw and I was totally happy again.

Of course you can find McDonalds and all those fast-food chains at every corner. Because it was really hot in Shenzhen I really wanted some icecream while the day. So I bought a McFlurry with oreos, which sounds amazing (I know! #foodporn), but: it was sooo disgusting! The icecream tasted like plastic, so don’t waist your money!

And something else you have to try is Bubble Tea! Nothing new, we already have it in Carinthia, but it’s an asian-thing, so give it a try!

Lianhuashan Park

Walk around with the locals and rest your feet for a few minutes. A lot of chinese come to Lianhuashan Park to do a little picknik or dance. We saw an older couple who danced in the park. Without shoes. Without music. Totally happy together. It was so cute.

More tips

First things first: be prepared to feel like a Cara Delevigne in person. Sometimes you get asked to take a picture with somebody, but most of the time I felt like a hollywood-star which get haunted by paparazzi. Suddenly a phone appears behind a corner, there is a light flash and then it’s gone.

Most of the people don’t speak english. It’s not a problem while shopping, because they will show you the price on a calculator. But when ordering food, it’s difficult.

The public transport is very cheap. We payed for on ride about 3 yuan (0,40 Cents). You buy a ticket at the machine and get a green coin. You put the coin on a sensor at the turnstile and keep the coin. When passing the station, you have to drop your coin at the machine. You and your Bags or backpacks get checked at every station (it’s like at the airport). I never felt insecure in Shenzhen. Taxis are also really cheap, but we only used the tube or walked to explore the city.

Hard to believe, but true: Facebook, Instagram, Twitter and Co are blocked in China! So don’t be confused, when you can’t log in.

When entering Shenzhen, you can rate your offical in form of 4 or 5 smiley. I never saw something like this before, but I think it’s really funny. My official had a face as long as a fiddle, so she only got a grumpy smiley. On a wall you can see the best rated officials of the last month.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Comments
  • Christinge
    April 10, 2016

    Sehr interessanter Beitrag! Ich glaube, in China wäre ich heillos überfordert – die vielen Menschen, die Sprache, das Essen und und und. Irgendwie würde es mich aber schon reizen, da es so komplett anders ist.

    • Victoria
      April 10, 2016

      Liebe Christine,

      vielen Dank erstmal! Ich glaub genau das, das es eben so anders ist als wir es gewöhnt sind, macht China so spannend. Es ist auf jeden Fall eine Reise wert! 🙂

      Alles Liebe, Victoria

  • Aylin
    September 27, 2017

    Schöne Eindrücke- der Park klingt vielversprechend. Ich bin bald das zweite Mal beruflich in der Stadt, beim ersten Besuch war ich leicht überfordert. Mal sehen, wie es jetzt wird 🙂

    Liebe Grüße
    Aylin

    • Victoria
      Oktober 2, 2017

      Liebe Aylin,

      viel Spaß in Shenzhen! 🙂

      Liebe Grüße,
      Victoria

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