Flugbegleiter: 10 No-Go’s bei der Bewerbung

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Was sind die absoluten No-Go’s bei der Bewerbung als Flugbegleiter? Was gibt es zu beachten und welche Tipps habe ich als Flugbegleiterin für dich? Hier findest du die Antworten auf deine Fragen!

Nach einem langen Einstellungsstop fangen Airlines auf der ganzen Welt endlich wieder an neue Flugbegleiter einzustellen und das ist deine Chance auf den schönsten Job über den Wolken! Hier kannst du herausfinden, ob der Job als Flugbegleiter der richtige für Dich ist. Der erste Schritt ist dann die erfolgreiche Bewerbung bei deiner Traum-Airline. Nachdem du deine Bewerbungsunterlagen abgeschickt hast, kommt im besten Fall eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und damit einiges, das du beachten musst! Vermeide die folgenden 10 No-Go’s bei der Bewerbung, um bald auch Flugbegleiter zu werden!

Die 10 schlimmsten No-Go’s in deiner Bewerbung als Flugbegleiter

Ich habe hier schon viele Tipps zur Bewerbung und dem ganzen Prozess gegeben. Damit bist du schon super vorbereitet! Aber dennoch gibt es noch absolute No-Go’s bei deiner Bewerbung als Flugbegleiter, die du am besten vermeidest. Achtung: das ist meine persönliche Erfahrung, die ich bei meiner Bewerbung gemacht habe. Es gibt sehr viele Airlines, die ihren Fokus vielleicht auf etwas anderes legen. Informiere dich vor deinem Vorstellungsgespräch nochmal ganz genau über deine Wunsch-Airline.

1 „Ich will Flugbegleiter werden, damit ich gratis reisen kann“

Das ist zwar ein nahe liegendes Argument für diesen Job, aber ein absolutes No-Go. Reisen ist ein toller Part dieses Jobs, aber es geht nicht ums Layover am anderen Ende der Welt, sondern um den Job an Bord: die Sicherheit und das Wohl der Passagiere, die Fähigkeit im Team unter Stress zu funktionieren und mit dem Jetlag umgehen zu können. Ich empfehle dir daher die folgenden Sätze nicht zu sagen:

„Ich will mit dem Job die ganze Welt sehen.“

„Ich will Flugbegleiter werden um gratis fliegen zu können.“

„Dann kann ich ganz viele Reisefotos auf Instagram posten“

Versteh mich nicht falsch: das Reisen ist ein wichtiger Teil und du musst dich für diesen Job auch am anderen Ende der Welt wohlfühlen und zurechtfinden können. Auch ich genieße meine Layover und nehme euch auch auf Instagram dabei oft mit. Allerdings erst nach Ende der Probezeit und in Absprache mit meinem Vorgesetzten. Bei der Bewerbung selbst habe ich den Fokus auf die Teamarbeit, den Kundenkontakt und den Austausch mit anderen Kulturen und Sprachen gelegt.

2 Du kleidest dich als würdest du zum Casting von „Germanys next Topmodel“ gehen

Bei meinem Auswahlverfahren waren wir in etwa 30 Leute – zwei von uns wurden am Ende genommen. Wir beide trugen ein klassisches Kostüm mit Bleistiftrock, klassischer Bluse, Blazer und Pumps. Gleich in der ersten Runde sind alle Leute mit Shorts, Glitzerschuhe und Joggingshosen (ja, ihr lest richtig!) rausgeflogen. Je nach Airline ist der Dresscode ein wenig unterschiedlich und viele Airlines setzen nach und nach auf mehr „Casual“. Nichtsdestotrotz sollte man sich für den Job kleiden, den man will, und nicht den man gerade hat. Ich habe mich auf jeden Fall weder underdressed noch overdressed gefühlt. Im Endeffekt müssen die Recruiter sich euch in der Uniform vorstellen können und sehen, dass ihr diesen Job und auch schon diesen Vorstellungstermin ernst nehmt!

3 Großes No-Go: Du hast sichtbare Piercings und Tattoos

Das nächste No-Go bei der Bewerbung als Flugbegleiter: du hast Tattoos und Piercings an sichtbaren Stellen, die du nicht entfernen willst. Die Regeln werden zwar immer lockerer, aber dennoch sind Tattoos und Piercings an sichtbaren Stellen bei den meisten Airlines ein absolutes No-Go für Flugbegleiter. Auch ich habe ein Tattoo – allerdings an einer Stelle, die man super verstecken kann. Gib bei der Bewerbung unbedingt alle Tattoos und Piercings an und gib an, ob sie sichtbar sind und lüge nicht – spätestens bei der medizinischen Untersuchung fällt das sowieso auf!

4 Du kommst (als Frau) ungeschminkt zum Vorstellungsgespräch

Die meisten Airlines achten nach wie vor darauf, dass wir Flugbegleiterinnen perfekt geschminkt und mit einer schönen Frisur zum Dienst antreten. Während der Ausbildung gab es bei uns dafür sogar noch einen kleinen Kurs dafür und bei der ersten Anprobe der Uniform haben wir nochmal Frisur-Tipps bekommen. Auch zur Bewerbung solltest du mit gepflegten Nägeln, einem dezentes Make-up und hochgesteckten Haaren erscheinen. Zumindest den roten Lippenstift kann man sich nun durch die Maskenpflicht ersparen. Ein weiteres No-Go sind auch „zu bunt“ gefärbte Haare. Die meisten Airlines setzen auf Natürlichkeit und klassische Eleganz. Da passen rosa Haare nicht ins Bild.

5 No-Go als Flugbegleiter: Du kommst zu spät

Ganz oben in der Liste der No-Go’s bei der Bewerbung als Flugbegleiter und natürlich auch dann später im Job: Unpünktlichkeit! Wenn die Crew zu spät kommt und damit der Flieger erst zu spät abhebt, gibt es Ärger. Denn das kostet der Airline viel Geld und an so einer „kleinen Verspätung“ löst eine große Kette an weiteren Problemen aus. Natürlich kann jeder Mal in einem Stau stehen – aber wer schon beim Vorstellungsgespräch zu spät kommt, hat eigentlich schon verspielt. Ich war fast eine Stunde zu früh da, weil ich wirklich nichts riskieren wollte. Und ratet mal: ich war nicht mal die erste! Mir hat das frühe Ankommen sehr gegen die Aufregung geholfen und ich konnte mich noch mal in Ruhe frisch machen und schon mal mit meinen Mitstreitern unterhalten. Das hat viel Nervosität genommen und ich konnte dann ganz ich selbst sein.

6 Du lügst in deiner Bewerbung

In deinem Lebenslauf gibst du an fließend französisch zu sprechen – in Wahrheit kannst du dich aber eigentlich nur vorstellen und ein Croissant bestellen? Solche Lügen werden im Gespräch auffliegen, denn gerne werden die Sprachkenntnisse bei einem Rollenspiel spielerisch abgefragt. Sei von Beginn an ehrlich und gib dein tatsächliches Level deiner Kenntnisse an! Ein weiteres No-Go sind Lügen bei körperlichen Grundvorraussetzungen: lüge nicht bei deiner Größe (auch Schummeln mit hohen Schuhen beim Vorstellungsgespräch hilft nichts!), der Sehstärke deiner Augen, welche Impfungen du hast und ob du schwimmen kannst.

7 Du unterhältst dich nicht mit den anderen Bewerbern

Das nächste No-Go bei deiner Bewerbung als Flugbegleiter: Du vergisst das socializing während dem Vorstellungsgespräch. Bei meinem Vorstellungsgespräch waren wir um die 30 Leute, zusätzlich waren einige Flugbegleiter der Airline im Aufenthaltsraum. Wir konnten ihnen viele Fragen stellen und damit die Zeit zwischen den Runden im Bewerbungsprozess gut überbrücken. Wie du vielleicht weißt, werden wir für jeden Flug in einer neuen Konstellation als Crew zusammengestellt und in der Regel kenne ich meine Kollegen vor dem Briefing noch nicht. Deswegen ist es sehr wichtig, schnell ins Gespräch zu kommen und damit auch gut im Team zusammenarbeiten zu können. Ob du das kannst oder nicht, sieht man schon gut beim Vorstellungsgespräch. Verstell dich dabei aber nicht und frag den oder diejenige neben dir einfach, wie er hergekommen ist oder warum er Flugbegleiter werden will!

8 Du bist nicht bereit umzuziehen

Die meisten Airlines sprechen die Empfehlung aus, dass man innerhalb eines Radius von 50 km vom Flughafen wohnen soll. Das liegt an den Rufbereitschaftsdienste, bei denen man oft innerhalb von 60 Minuten am Flughafen sein muss um für jemanden einzuspringen. Auch für die Ausbildung (je nach Airline zwischen 5-12 Wochen) muss man für mehrere Monate in der Nähe des Flughafens wohnen, um von Montag bis Freitag ins Schulungszentrum fahren zu können. Andere Airlines setzen einen Umzug sowieso voraus, denn dort leben die Flugbegleiter zusammen in Wohngemeinschaften. Bei der Bewerbung wird garantiert gefragt wo du lebst und ob du bereit bist näher zum Flughafen zu ziehen. Wenn du den Job als Flugbegleiter wirklich willst, musst du hier flexibel sein und dir diese Möglichkeit schaffen. Später schaut es dann ein bisschen anders aus. Ein Großteil der Kollegen lebt aber dennoch weiter weg und pendelt zu jedem Dienst.

Auch ich habe das bis vor 2 Jahren gemacht. Für die Rufbereitschaft bin ich schon einen Tag früher angereist und habe die Zeit dann am Flughafen abgesessen. Viele Airlines lassen ihre Mitarbeiter zu vergünstigten Tickets mitfliegen – allerdings bekommt man die nicht vom ersten Tag an Zugriff auf diese Tickets. Während meiner Probezeit bin ich deswegen oft mit dem Flixbus oder dem Zug gefahren. Das war ziemlich anstrengend und auch teuer – überlege dir also gut, ob ein Umzug für dich in Frage kommt und argumentiere beim Bewerbungsgespräch gut, wie du diese Hürde meistern willst.

9 Absolutes No-Go: Du sprichst kein Englisch

An Bord sprechen wir zu 90% Englisch – sowohl mit den Gästen, aber auch mit einigen Kollegen. Ich kann dir garantieren, dass du irgendwann während deines Vorstellungsgesprächs ein Gespräch auf Englisch führen musst. Sei darauf vorbereitet, schau dir vorher Serien oder Filme auf Englisch an und sei nicht überrascht. Kein Englisch zu sprechen ist ein absolutes No-Go in diesem Job und ein Ausschluss-Kriterium bei deiner Bewerbung als Flugbegleiter.

10 Du möchtest nur Flugbegleiter werden und nichts anderes in deinem Leben machen

Wenn ich etwas aus den letzten zwei Jahren gelernt habe, dann das man sich nicht auf ein Standbein (zum Beispiel mit dem Job als Flugbegleiter) verlassen darf. Die Welt verändert sich so schnell und man braucht neben der Fliegerei noch etwas anderes, das einen erfüllt. Sei es Kurzarbeit, Fluguntauglichkeit oder eine Kündigung – aus welchem Grund auch immer. Schneller als gedacht landet man am Boden der Tatsachen. Viele Airlines bieten auch Study & Fly-Programme an, die ein Studium neben der Fliegerei ermöglichen. Zeig schon bei der Bewerbung wie vielfältig deine Interessen sind und welchen Input du durch spannende Nebenjobs oder Ausbildungen du als zukünftiger Flugbegleiter mit in den Job bringst!

Schon vor Corona habe ich begonnen mir ein zweites Standbein während meiner Teilzeit-Monate im Winter aufzubauen: ich wurde Social Media und Community Managerin. Andere Kollegen studieren nebenbei, sind selbstständig oder haben wie ich noch einen Nebenjob. Das lastet den Kopf kreativ aus und im Ernstfall landet man nicht ganz so hart. In meinem Bewerbungsgespräch ging es um mein gerade abgeschlossenes Studium und meine nächsten Schritte. Von Anfang an habe ich klar kommuniziert, dass ich – sobald es die Zeit zulässt – neben der Fliegerei einen flexiblen und kreativen Nebenjob will, der mich erfüllt.


Das waren die 10 schlimmsten No-Go’s bei deiner Bewerbung als Flugbegleiter!

Brauchst du noch mehr Tipps für deine Bewerbung als Flugbegleiter? Dann klick dich hier durch diese Beiträge oder stell deine Frage in die Kommentare!

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