Flugbegleiter Bewerbung: Meine Tipps und alles was du wissen musst

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Du möchtest Flugbegleiter werden und die ganze Welt bereisen? Dann habe ich hier den ultimativen Guide für dich, wie du deinem Traumjob Flugbegleiter ein gutes Stück näher kommst! Hier sind meine Tipps für deine Bewerbung als Flugbegleiter.

Heute verrate ich euch meine Tipps für eure Bewerbung als Flugbegleiter! Wie ihr ja wisst, fliege ich als Flugbegleiterin rund um die ganze Welt. Letzte Woche Shanghai, diese Woche New York und danach geht es weiter nach Mexiko! Für viele klingt das nach dem ultimativen Traumjob – und auch ich habe mich nicht ohne Grund für diesen Beruf entschieden! Aber wie wird man eigentlich Flugbegleiter? Und worauf muss man bei der Bewerbung als Flugbegleiter unbedingt achten?

Schritt 1: Bist du überhaupt der richtige Typ um Flugbegleiter zu werden?

Wer an Flugbegleiter denkt, hat sofort das Bild von hübschen Damen mit roten Lippenstift im Kopf, die am Arm eines Piloten  und in High Heels durch den Flughafen schweben. Das gutes Aussehen dabei aber nebensächlich ist, ist vielen nicht bewusst.

Pinit
Stattdessen brauchst du folgende Eigenschaften um Flugbegleiter zu werden:
  • Du kannst Menschen gut einschätzen und kommst leicht ins Gespräch
  • Du arbeitest gerne im Team
  • Du hast kein Problem mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und es macht dir nichts aus an Weihnachten, Geburtstagen und Co. oft nicht da zu sein
  • Du gehst offen auf fremde Kulturen zu und sprichst super Englisch
  • Im besten Fall sprichst du sogar noch eine oder mehrere weitere Fremdsprachen
  • Du kannst im Ernstfall die Kontrolle ergreifen und behältst dabei einen kühlen Kopf
  • Du kannst schwimmen
  • Du hast ein gepflegtes Äußeres und hast keine Piercings oder Tattoos an sichtbaren Stellen (zumindest verlangen das die meisten Airlines!)
  • Du hast eine abgeschlossene Schulausbildung und bist mindestens 18 Jahre alt

Wie sieht es aus? Kannst du hierbei alles abhaken? Dann geht es weiter zu Schritt 2!

Schritt 2: Bei welcher Airline willst du dich als Flugbegleiter bewerben?

Danach solltest du dir überlegen bei welcher Airline du arbeiten möchtest. Im Deutschsprachigen Raum hat man da eine relativ große Auswahl, viele Flugbegleiter und Piloten pendeln für ihre Einsätze aber auch durch die ganze Welt. So habe ich zum Beispiel schon Flugbegleiter kennen gelernt, die in Singapur leben, aber für jeden Dienst nach München pendeln! Und auch ich gehöre zur Kategorie „Shuttler“ (so nennt man das bei der Airline, bei der ich arbeite) und komme für meine Dienste von Wien nach München.

Zum Thema Shuttler oder Pendler kann ich euch aber schon jetzt sagen: vor allem zu Beginn, wenn das Gehalt noch niedrig ist und man noch keine günstigen Tickets zum Fliegen bekommt, wird euer Konto sehr leiden. Und nicht nur das: die Fahrerei ist sehr anstrengend und darf nicht unterschätzt werden. Inzwischen habe ich für mich den Mix aus Fahrgemeinschaft, der Travel Industry Card und dem Flixbus gefunden. Ab und zu fliege ich auch vom Dienst nach Hause – shame on me, niemand ist perfekt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, schreibt mir gerne auf Instagram oder hier in den Kommentaren – dann geh ich gern näher auf dieses Thema ein.

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Schritt 3: Jetzt geht’s los – Deine Bewerbung als Flugbegleiter

Das perfekte Bewerbungsfoto

You never get a second chance to make a first impression! Deswegen ist dein Bewerbungsfoto sehr wichtig. Tatsächlich habe ich meine Bewerbungsfotos selbst gemacht. (Das lag hauptsächlich am Zeitdruck und wer sich nicht mit Fotografie auskennt sollte das nicht nachmachen!) Stattdessen: Zieht euch ein Kostüm oder einen Anzug an, geht in ein Fotostudio eures Vertrauens und lasst euch professionell ablichten.

Bewerbungsverfahren: Erste Fragen und Vorauswahl

Die Bewerbung als Flugbegleiter läuft je nach Airline immer ein bisschen anders ab. Ich musste ich vorerst einen Onlinefragebogen ausfüllen, andere Airlines verlangen schon zu Beginn ein Motivationsschreiben. Dabei möchten die Airlines aber meistens folgende Dinge schon von Anfang an wissen:

  • Wie groß bist du?
  • Kannst du schwimmen?
  • Hast du Tattoos oder Piercings an offen sichtbaren Stellen?
  • Sprichst du fließend Deutsch und Englisch?
  • Hast du einen Schulabschluss?

Dazu musste ich die Bewerbungsbilder hochladen und meine früheste mögliche Verfügbarkeit angeben und schon ging es los! Einige Tage später erhielt ich die Antwort, dass ich mich für einen Assessment Center Termin registrieren darf und innerhalb weniger Wochen saß ich im „Casting“.

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Schritt 4: Vorbereitung auf das Casting

Vorbereitung ist das A und O und vor meinem Vorstellungstermin hatte ich unzählige Fragen. Die wohl präsenteste: was soll ich bloß anziehen? Und wie soll ich mich bloß vorbereiten? Ich las unzählige Beiträge zum Thema Bewerbung als Flugbegleiter und habe mich versucht so gut wie möglich auf diesen Tag vorzubereiten. Besonders toll fand ich dabei die Videos von „Be happy and travel“. Wie Anni in ihren Videos aber auch öfter betont, soll man nicht alles wortwörtlich nachplappern, was man in all diesen Videos und Guides hört, sondern seine eigene Persönlichkeit am Vorstellungstag auspacken und eigene Antworten parat haben, die die Airline von dir überzeugen sollen.

Was sollst du zum Casting anziehen?

Wochenlang quälte ich mich mit der Outfit-Frage. Schlussendlich entschied ich mich für ein schlichtes schwarzes Kostüm mit einer weißen Bluse. Dazu klassisch schwarze Pumps in denen ich gut laufen konnte, eine hautfarbene Strumpfhose mit 40 Den (damit ich nicht so schnell eine Laufmasche bekomme), eine elegante Uhr, Perlenohrringe und eine schwarze Handtasche, in der auch eine A4-Mappe passt. Darüber habe ich einen klassischen, braunen Trenchcoat getragen. Wie ihr vielleicht herauslesen könnt, war mein Motto klassisch-elegant – genau was ich ausstrahlen wollte, um in das Bild der Airline zu passen.

Ich habe mich nicht als Flugbegleiterin „verkleidet“ und deswegen auf ein Halstuch verzichtet. Mit meinem Outfit lag ich genau richtig. Andere KandidatInnen kamen tatsächlich in Hotpants, Glitzerschuhen und oder viel zu kurzen Kleidchen. Schon nach der ersten Runde waren diese Kandidaten wieder auf dem Weg nach Hause – mit einer Absage. Haltet euch zurück und setzt lieber auf ein konservatives Outfit! Und was sollen die Männer tragen? Auch hier kann ich euch nur zu einem klassischen Anzug raten. Am besten in schwarz, dunkelblau oder grau. Dazu ein weißes oder blaues Hemd, eine schlichte, dünne Krawatte, sauber geputzte Schuhe und vielleicht eine Uhr.

Eure Traum-Airline wirkt legerer? Dann lässt sich das Outfit bestimmt abwandeln. Dennoch möchte ich an dieser Stelle betonen: Job ist Job und da sollte man beim Bewerbungsgespräch schon einen professionellen Auftritt hinlegen!

Wie soll ich mich schminken und meine Haare tragen?

Ein bisschen Flugbegleiterin habe ich dann doch gespielt und mir vorab Tutorials zu Flugbegleiter-Frisuren auf YouTube angeschaut. Am Ende habe ich dann mit einem Dutt-Kissen einen klassischen Dutt gemacht und die Babyhaare mit jede Menge Haarspray fixiert.

Zum Make-up: ich bin generell keine Frau die übermäßig viel Makeup besitzt und habe es hierbei natürlich gehalten. BB-Cream, Puder, ein bisschen Rouge, Wimperntusche und einen ganz dünnen Lidstrich und dazu ein Lippenstift in Rosenholz mit Blaustich – eine Farbe die angeblich jeder Frau steht und die Zähne weißer macht. Mit einem knalligen Rot wäre ich mir zu verkleidet vorgekommen – auch wenn ich nun als fertige Flugbegleiterin auf jedem Flug rote Lippen trage! Das ganze mit Rosenwasser fixiert und fertig war ich! Ich kann euch nur den Tipp geben: schminkt euch so, dass ihr euch wohl fühlt und schon habt ihr eine tolle Ausstrahlung!

Kann ich mich irgendwie auf diesen Tag vorbereiten?

Ja das kannst du tatsächlich! Nämlich in dem du in den Wochen vor dem Casting dein bestes Englisch hervorzauberst. Schau dir Filme auf Englisch an oder hör dir Podcasts an! Damit erweiterst du nicht nur deinen Wortschatz, sondern verbesserst auch automatisch deine Aussprache. Noch besser: suche dir ein Tandem, triff dich auf einen Kaffee und plaudere auf Englisch drauf los!

Außerdem kannst du dich mal in Ruhe hinsetzen und über deine Stärken nachdenken. Bist du ein sehr pünktlicher Mensch? Kümmerst du dich gerne um andere? Arbeitest du gerne mit Menschen? Sprichst du noch weitere Sprachen? Was kannst du besonders gut, dass du in den Job mitbringst? Schreib dir eine Liste mit deinen Stärken und dazu passenden Beispielen und lies sie dir immer wieder durch um beim Casting nicht lange überlegen zu müssen, ohne dass es auswendig gelernt klingt!

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Flugbegleiter Bewerbung: Meine Tipps

  • Vergesst nicht euren Reisepass oder euren Personalausweis!
  • Sei mehr als Überpünktlich! Ich war 45 Minuten vor dem Termin schon da und hatte so genug Zeit um mich in die Situation zu finden und den Tag entspannt durchziehen zu können.
  • Bügele deine Kleidung – Ungebügelte Blusen und Hemden sowas fallen negativ auf!
  • Rede mit den anderen und stelle intelligente Fragen! Als Flugbegleiter musst du kommunikativ und offen sein. Zeige das auch zwischen den Runden, wenn du mit den anderen Kandidaten im Aufenthaltsraum sitzt.
  • Stelle den Recruitern Fragen! Du willst doch bestimmt ganz viel wissen und Nachfragen zeigt immer Engagement.
  • Schau dir vor dem Casting viele Filme, Serien und Podcasts auf Englisch an um deine Aussprache noch zu verbessern und deinen Wortschatz auszubauen.
  • Sei positiv und vergiss nicht zu lächeln. Bleib dabei aber du selbst und verstell dich nicht!
  • Bei der Frage: warum willst du FlugbegleiterIn werden, antworte bloß nicht: „Weil ich ganz viel von der Welt sehen will!“ Bessere Antwort: Weil ich gerne mit Menschen arbeite. Weil ich schon Serviceerfahrung habe und gerne im Team arbeite. Weil ich einen abwechslungsreichen Job haben will, bei dem ich viele Kulturen kennen lernen kann. Klar, Layovers sind toll, aber beim Casting kommt es gar nicht gut an nur an die freie Zeit zwischen den Flügen zu denken!
  • Überlege vorab was deine Stärken sind. Hast du schon viel mit Menschen gearbeitet? Hast du Serviceerfahrung, eine Ausbildung zur Krankenschwester, Ersthelferin oder ähnliches gemacht? Dann betone das in den Runden immer wieder und punkte mit Fachwissen, dass du in den Beruf mitbringst!
  • Vergiss nicht genügend zu trinken und auch mal was zu essen – der Tag dauert lange und ist ziemlich aufregend und anstrengend!

An dieser Stelle kann ich euch nur noch ganz viel Glück wünschen und hoffen, dass ihr mir von euren Castings erzählt! Und vielleicht sehen wir uns ja bald auf Strecke!


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